Wann der erste Brei kommt, welche Mahlzeit zuerst, wie der Übergang zum Familienessen gelingt und mit welchen Lebensmitteln Sie noch warten.
Zeitplan
- Monat 5–7: erster Brei am Mittag
- Monat 6: Milch-Getreide-Brei am Abend dazu
- Monat 7–9: Getreide-Obst-Brei als Zwischenmahlzeit dazu
- Ab 8 Monaten: Essen darf stückiger sein
- Ab 10 Monaten: mit der Gabel zerdrücken, leicht würzen; kleine Mengen Joghurt und Quark
- 1 Jahr: Familienessen: 3 Haupt- und 2 Zwischenmahlzeiten; Honig erlaubt
Wann beginnen?
- Wann: zwischen Anfang des 5. und Anfang des 7. Monats (Gesund ins Leben).
- Zeichen: Ihr Baby sitzt mit Unterstützung aufrecht, hält den Kopf sicher, schaut beim Essen zu, öffnet den Mund für den Löffel und schiebt das Essen nicht mehr mit der Zunge heraus.
- Eigenes Tempo: Manche essen mit 5 Monaten eine ganze Portion, andere brauchen bis 8 Monate. Beides ist normal. Etwas Brei auf einem weichen Löffel an den Lippen hilft.
- Weiter stillen: neben der Beikost, so lange Sie beide möchten.
Schritt für Schritt: drei Breie ersetzen drei Milchmahlzeiten
- Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei (mittags): Beginnen Sie mit einem Gemüse wie Karotte, Kürbis oder Pastinake und steigern Sie auf etwa 100 g. Dann kommen eine gekochte Kartoffel und ein Esslöffel Rapsöl dazu, zum Schluss etwa 30 g mageres Fleisch und etwas Obstsaft. Fisch (ohne Gräten) kann ein- bis zweimal pro Woche das Fleisch ersetzen. Vegetarisch: Ersetzen Sie das Fleisch durch etwa 10 g Haferflocken und geben Sie Vitamin-C-reichen Saft oder Obstmus dazu, damit das Eisen besser aufgenommen wird.
- Milch-Getreide-Brei (abends): etwa einen Monat später, frühestens ab Anfang des 6. Monats. Etwa 200 ml Vollmilch (3,5 %), Muttermilch oder Säuglingsnahrung mit 20 g Vollkornflocken und 20 g Obstmus.
- Getreide-Obst-Brei (vormittags oder nachmittags): mit Wasser zubereitet, nicht mit Milch (Gesund ins Leben).
Selbst kochen oder Gläschen? Beides ist in Ordnung; Gläschen erfüllen strenge Vorgaben (Gesund ins Leben). Wenn Sie selbst kochen, wählen Sie Bio-Gemüse der Saison. Bieten Sie ab dem Beikoststart Wasser zu den Mahlzeiten an.
Übergang zum Familienessen
Ab etwa 8 Monaten darf der Brei stückiger sein; ab etwa 10 Monaten wird das Essen mit der Gabel zerdrückt und kann leicht gewürzt werden. Lassen Sie Ihr Kind weiche Stücke selbst greifen und am Familientisch mitessen. Zum ersten Geburtstag essen die meisten Kinder 3 Haupt- und 2 Zwischenmahlzeiten und brauchen keine Säuglingsnahrung mehr.
Womit Sie noch warten
- Honig: nicht vor dem ersten Geburtstag (Gefahr von Säuglingsbotulismus).
- Ganze Nüsse und rohe Karottenstücke: Erstickungsgefahr; fein gemahlene Nüsse oder Nussmus sind in Ordnung.
- Quark: wegen des hohen Eiweißgehalts erst ab etwa 10 Monaten und nur in kleinen Mengen. Joghurt und Kefir ebenfalls ab etwa 10 Monaten.
- Kuhmilch als Getränk: im ersten Jahr bis zu 200 ml pro Tag, danach etwa 300 ml Milchprodukte pro Tag.
Gluten (Weizen, Dinkel, Roggen) kann während der Beikosteinführung in kleinen Mengen gegeben werden, auch wenn Zöliakie in der Familie vorkommt.
Allergien vorbeugen
Die Empfehlungen haben sich geändert: Lebensmittel zu meiden verhindert keine Allergien, Vielfalt hilft dem Körper dagegen, Toleranz aufzubauen (AWMF-S3-Leitlinie Allergieprävention).
- Schwangerschaft und Stillzeit: Essen Sie in der Schwangerschaft und Stillzeit abwechslungsreich, auch Milchprodukte, Eier, Nüsse und Fisch. Meidungsdiäten werden nicht empfohlen.
- Rauchfrei: Halten Sie die Umgebung Ihres Babys rauchfrei und verzichten Sie auf Alkohol; beides erhöht das Allergierisiko.
- Rechtzeitig starten: Beginnen Sie rechtzeitig mit der Beikost und geben Sie auch potenziell allergene Lebensmittel wie Ei, Milchprodukte und fein gemahlene Nüsse.
- Säuglingsnahrung: Wenn Sie nicht stillen können, ist eine normale Anfangsnahrung in Ordnung. HA-Nahrung wird zur Allergievorbeugung nicht mehr empfohlen. Nur eine bestätigte, schwere Kuhmilchallergie braucht eine Spezialnahrung auf Rezept.
- Erst fragen: Lassen Sie Lebensmittel nicht auf eigene Faust weg. Wenn Sie eine Reaktion vermuten oder Ihr Baby starkes Ekzem hat, sprechen Sie mit Ihrer Kinderarztpraxis.
Quellen
Offizielle deutsche Quellen.