Regeln für sicheren Schlaf gegen den plötzlichen Kindstod, wie viel Schreien normal ist, wie Sie Ihr Baby beruhigen und was Sie beim Schlaf erwarten können.
Sicherer Schlaf und plötzlicher Kindstod
Der plötzliche Kindstod (SIDS) ist der unerklärte Tod eines gesunden Babys unter einem Jahr im Schlaf. Hauptrisiken: Bauchlage, Überwärmung, Zigarettenrauch. Seit Babys auf den Rücken gelegt werden, sind die Fälle in Deutschland um mehr als 80 % gesunken; gestillte Babys haben etwa ein halb so hohes Risiko (kindergesundheit-info).
- Immer in Rückenlage schlafen lassen, nie auf dem Bauch oder der Seite.
- Feste Matratze, kein Kissen, kein Lammfell, keine Polster oder Nestchen.
- Ein Babyschlafsack statt einer Bettdecke, damit Ihr Baby nicht darunter rutschen kann.
- Eigenes Bett im Elternschlafzimmer, zum Beispiel ein Beistellbett.
- Keine Überwärmung: drinnen keine Mütze und keine Handschuhe. Fühlen Sie im Nacken oder zwischen den Schulterblättern; die Haut soll warm, aber nicht verschwitzt sein. Lüften Sie regelmäßig kurz.
- Rauchfrei in der Schwangerschaft und nach der Geburt, zu Hause und im Auto.
- Keine Ketten (auch keine Bernstein-Zahnketten) und keine langen Schnullerketten.
- Nähe und Stillen: beides tut Ihrem Baby gut.
Bauchlage im Wachzustand: Rückenlage ist sicher, aber im Wachzustand und unter Aufsicht braucht Ihr Baby auch Bauchlage: ein paar Minuten mehrmals am Tag stärken Nacken und Schultern und beugen einem flachen Hinterkopf vor. Macht Ihnen die Kopfform Sorgen, fragen Sie in der Kinderarztpraxis.
Schreien: was normal ist, wann Hilfe nötig ist
- Normal
- 2–3 Stunden am Tag, oft am frühen Abend
- Am meisten meist um die 6. Woche
- So zeigt Ihr Baby Hunger, Müdigkeit, Unwohlsein oder Reizüberflutung
- Zum Kinderarzt
- Schreien länger, lauter oder schriller als sonst
- Ihr Baby wirkt krank
- Dreierregel: mehr als 3 Stunden am Tag, an mehr als 3 Tagen pro Woche, länger als 3 Wochen (elternsein.info)
- Das Schreien macht Ihnen Angst oder Sie schaffen es nicht mehr
- Notfall
- In die nächste Kinder-Notaufnahme
Die Kinderarztpraxis kann Krankheiten ausschließen und Sie mit Hilfe vor Ort verbinden: Frühe Hilfen, eine Schreiambulanz oder eine Beratungsstelle.
Was helfen kann
- Das Wichtigste prüfen: so ruhig wie möglich bleiben; Hunger, Windel, Schlaf, Nähe.
- Halten und wiegen: Ihr Baby tragen; leise sprechen, singen oder summen.
- Saugen und Berührung: Finger oder Schnuller anbieten; Bauch oder Rücken sanft massieren.
- Weniger Reize: Lärm reduzieren; regelmäßiger Tagesablauf mit einfachen Ritualen.
- Pause machen: an Partner, Familie oder Freunde übergeben oder Ihr Baby sicher ins Bett legen (kindergesundheit-info).
- Entblähungstropfen, Globuli: kein nachgewiesener Nutzen. Ernährung nur ändern, wenn ärztlich eine Unverträglichkeit bestätigt ist.
Schütteln Sie niemals ein Baby. Schütteln kann schwere oder tödliche Hirnverletzungen verursachen (elternsein.info).
Schlafrhythmus
- Tag und Nacht: Neugeborene haben noch keinen Rhythmus; nach etwa 6 Wochen wird er meist regelmäßiger.
- Nachts aufwachen: normal und nicht immer Hunger; bis zum Durchschlafen können Jahre vergehen.
- Schlaf pro Tag: etwa 14 Stunden am Tag mit 6 Monaten und mit 1 Jahr, 13 mit 2 Jahren, mit großen Unterschieden (kindergesundheit-info).
- Einschlafritual: ruhig und immer gleich: Singen, eine Geschichte, Wiegen.
- Müdigkeitszeichen: Ihr Baby hinlegen, wenn Sie sie bemerken.
- Schlafzimmer: kühl, ruhig und dunkel.
- Nachts: erst mit Stimme und Streicheln beruhigen, bevor Sie Ihr Baby hochnehmen.
Quellen
Offizielle deutsche Quellen.