Wie oft stillen, wunde Brustwarzen und Milchstau, Muttermilch aufbewahren und was stillende Mütter essen und trinken sollten, auch Jod.
Die Nachfrage bestimmt das Angebot
- Milchmenge: Ihr Körper bildet so viel Milch, wie Ihr Baby trinkt. Öfter stillen, mehr Milch.
- Wie oft: nach der Neugeborenenzeit meist etwa 6- bis 12-mal in 24 Stunden. Kürzere, häufige Mahlzeiten sind meist leichter.
- Wie lange: eine Stillmahlzeit dauert etwa 5 bis 30 Minuten.
- Milch verändert sich: zuerst dünner und durstlöschend, später fettreicher und sättigend (Gesund ins Leben).
Anlegen und Haltung sind das Wichtigste
- Gemeinsam lernen: Gutes Anlegen und eine bequeme Haltung verhindern die meisten Probleme.
- Wunde Brustwarzen: meist ein Zeichen für zu flaches Anlegen, nicht für zu langes Stillen.
- Hebamme fragen: Sie kann beim Stillen zuschauen und helfen (Gesund ins Leben).
Wunde Brustwarzen und Milchstau
- Positionen: regelmäßig wechseln; auf der weniger schmerzhaften Seite beginnen.
- Luft an die Haut: etwas Milch auf der Brustwarze antrocknen lassen; keine Kunstfaser-Unterwäsche; Stilleinlagen oft wechseln.
- Milcheinschuss: oft stillen. Ein warmes, feuchtes Tuch 1–2 Minuten vorher hilft dem Milchfluss; kühle Umschläge etwa 20 Minuten danach lindern die Schwellung (Kühlpacks in ein Tuch wickeln).
- Zu voll zum Andocken: vorher etwas Milch von Hand ausstreichen oder kurz abpumpen.
- Milchstau: Ruhe, betroffene Seite zuerst, Kinn des Babys zur verhärteten Stelle.
- Starke Schmerzen: Ibuprofen ist in der Stillzeit möglich.
Muttermilch aufbewahren
Abgepumpte Milch für ein gesundes Baby hält sich in einem sauberen, verschlossenen Behälter im Kühlschrank bis zu 72 Stunden oder eingefroren bei -18 °C 3 bis 6 Monate (kindergesundheit-info).
Zusätzlich Wasser, Tee oder Pulvermilch?
Ein gesundes Baby, das nach Bedarf gestillt wird, braucht kein Wasser, keinen Tee und keine zusätzliche Säuglingsnahrung. Wachstumsschübe, in denen Ihr Baby 2–3 Tage lang viel öfter trinken will, sind normal und steigern die Milchmenge von selbst. Sind Sie unsicher, sprechen Sie mit Ihrer Hebamme oder Kinderarztpraxis, bevor Sie zufüttern. Ist Zufüttern nötig, gibt es stillfreundliche Methoden wie Becher, Löffel oder ein Brusternährungsset.
Achten Sie auf sich
Ruhen Sie sich aus, wann immer es geht, schlafen Sie, wenn Ihr Baby schläft, und nehmen Sie Hilfe an. Laden Sie Besuch ein, der Essen mitbringt oder die Wäsche übernimmt, nicht Besuch, der bewirtet werden möchte.
Essen und Trinken in der Stillzeit
- Energie: etwa 400–600 kcal zusätzlich am Tag. Vertrauen Sie Ihrem Appetit; abwechslungsreich und einfach statt Süßigkeiten (Gesund ins Leben).
- Jetzt keine Diät: Strenge Diäten können die Milchmenge senken und gespeicherte Stoffe freisetzen; mit dem Abnehmen bis nach dem Abstillen warten.
- Getränke: mindestens 2 Liter am Tag, z. B. ein Glas Wasser zu jeder Stillmahlzeit. Milchbildungstees haben keine nachgewiesene Wirkung.
- Kaffee: 2–3 Tassen Kaffee oder schwarzer Tee am Tag sind in Ordnung.
- Alkohol: geht in die Milch über; am besten verzichten. Bei besonderem Anlass ein kleines Glas direkt nach dem Stillen. Alkoholfreies Bier ist in Ordnung (Gesund ins Leben).
- Alles essen: kein Beleg, dass Zwiebeln, Kohl, Bohnen oder Zitrusfrüchte Blähungen verursachen. Allergene meiden verhindert keine Allergien.
- Fette und Fisch: Pflanzenöle; etwa zweimal pro Woche fettreicher Meeresfisch für DHA (etwa 200 mg am Tag). Kein Fisch? Nach Nahrungsergänzung fragen.
- Jod: Jodsalz plus täglich 100 µg Jod; bei Schilddrüsenerkrankung vorher ärztlich abklären (Gesund ins Leben).
Quellen
Offizielle deutsche Quellen.